Herzlich Willkommen im Jakobshof!
In eigener Sache - kein Platz für Nazis!

 

Der AK Antifa Aachen ist ein wichtiger Teil der Aachener Öffentlichkeit gegen Rechts. Er nimmt dabei zweifellos eine Wächterfunktion wahr. Bei seiner Bewertung der Vorkommnisse im Jakobshof am 19.05.2013 schiesst er allerdings über das unterstützenswerte Ziel hinaus und rückt damit eine Aachener Szene-Einrichtung in ein schlechtes Licht, die zahlreiche Aktionen und Programme der linken Szene gefördert hat und sich seit ihrem Bestehen ausdrücklich gegen Rechts und gegen jegliche Nazi-Aktivitäten stellt.

 

Wir haben unser Personal befragt, wie es zu dieser Auseinandersetzung zwischen Rechten und Linken in der Lokalität kam. Anders als der AK es schildert, wissen wir von keinen "bekannten Nazigrössen", die eingelassen wurden. Unseren Türstehern waren sie jedenfalls nicht als solche bekannt. Das kann man auch nicht verlangen, da sich die rechte Szene äusserlich angepasst hat, schwarze Springerstiefel und Glatzen sind heute bekanntlich passe.

 

Wie oftmals bei Streitigkeiten - und als solche ist die aktuelle Situation gewertet worden - kommt das Security-Personal erst zum Ort des Geschehens, wenn etwas passiert ist. So war es auch hier. Die Türsteher haben, wie sie versichern, überhaupt keine politische Brisanz erkannt, ansonsten hätten sie anders gehandelt.

 

Sie sind im Übrigen angewiesen, gegen jede erkennbaren rechten oder gegen offensichtliche Neonazi-Aktivitäten anzugehen.

 

Das habe ich als Geschäftsführer des Jakobshofes auch aus einem sehr persönlichen Grund veranlasst: In der Nazizeit war mein Vater als aktiver Widerstandkämpfer gegen den Hitlerterror tätig. Er wurde deswegen von der Polizei und der SS in seiner Heimatstadt diverse Male verhaftet und gefoltert, unter anderem war er im Wuppertaler KZ Kemna inhaftiert. Er überlebte den Naziterror nur knapp, wurde dazu noch in der Adenauerzeit diffamiert und verstarb dann an Spätfolgen seiner Misshandlungen.

 

Bei einem solchen Hintergrund ist es absurd, den Betreiber des Jakobshofes auch nur entfernt zu beschuldigen, er passe hier nicht auf. Der AK Antifa sollte allerdings nicht wie Nazis verfahren und ohne Nachfrage Menschen oder Einrichtungen, die dort nicht hingehören, an den Internet-Pranger stellen.

 

Aachen, 11.06.2013
Wolfgang Schumacher,
Geschäftsführer Jakobshof